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Der Tag nach dem Mauerfall  


Das Brandenburger Tor von Osten 1989

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Brandenburger Tor mit Mauer 1973
Mauerkreuze
Nach dem Mauerfall
Grenzsoldaten auf der Mauer
Mauerspechte
Freiheit
Trabi
East-Side Gallery und Oststrand

            Foto: 1989 ©Foto/Text: Hannelore Fobo

1989 - November- Der Tag nach dem Mauerfall

In der Nacht vom 10. zum 11. November, also genau einen Tag nach dem Mauerfall (der in Wirklichkeit eine Maueröffnung war), ist noch nicht klar, ob das Fest am Brandenburger Tor friedlich enden wird. Während auf der Mauer zur westlichen Seite die Menschen feiern und das Fernsehen große Scheinwerfer aufgebaut hat, wird die östliche Seite von Soldaten bewacht, die mit Militärtransportern zum Pariser Platz gefahren wurden. Hier ist die Stimmung gespenstisch.

Die Öffnung der Grenzen war völlig unerwartet am 9. November an den Grenzübergangsstellen Bornholmer Strasse und Checkpoint Charlie erfolgt. Gefeiert wurde am Kurfürstendamm. Die symbolisch wichtige Stelle wurde in der folgenden Nacht inszeniert: das Brandenburger Tor. Hier existierte zwar kein Grenzübergang, aber dafür war die Mauer relativ niedrig und breit, so dass man sie ohne Mühe erklettern konnte. Dicht gedrängt saßen und standen die enthusiastischen Berliner aus Ost und West auf der Mauer. Auf der Fotografie ist das allerdings nur am rechten bzw. linken Rand zu sehen, denn der Bereich unmittelbar hinter den Säulen des Brandenburger Tors ist durch die Militärlastwagen verdeckt.

Und so wird es noch etwas dauern, bis die Berliner endlich wieder durch das Brandenburger Tor gehen können. Denn noch ist die Ostseite des Tores, der Pariser Platz, schwer bewacht.

Das Sperrgebiet ist hier auffällig markiert durch den rot-weißen Signalpfosten. Dieser zeigte den Ost-Berlinern an, wie weit sich sich bis zur Grenze vorbewegen durften - an dieser Stelle etwa 150 m bis zur eigentlichen (vorderen) Mauer jenseits des Brandenburger Tors. Allerdings war der Signalpfosten hier überflüssig, denn die "Hinterlandlandmauer" verlief direkt am Signalpfosten, und kein Mensch hätte es gewagt, den Pariser Platz unerlaubt zu betreten. Von Zeit zu Zeit wurde die Sperre zurückgefahren, um privilegierte Gäste ans Brandenburger Tor zu führen. Dort gab es eine Aussichtsplattform, die den Blick in den "verfaulenden Kapitalismus" gestattete, wie man in Rußland sagte (siehe auch erstes Bild).

Normalerweise war die Hinterlandmauer "blickdicht", aber aufgrund der überragenden geschichtlichen Bedeutung des Brandenburger Tors und seiner herausgehobenen Lage - es markierte den westlichen Abschluß der Hauptstadt der DDR - hatte man sich hier für eine andere Lösung entschieden. Die Blumenkübel aus Beton bilden jedoch unüberwindliche Hindernisse für Durchbruchversuche mit Fahrzeugen. Man kann sie nur im Zick-Zack umfahren.

Die Stelle links im Bild, wo ein Dach nach vorne kragt, ist in etwa identisch mit dem Haupteingang des Hotel Adlon, das nach dem Mauerfall wieder aufgebaut wurde.

email: Hannelore Fobo <halo.fobo@t-online.de>

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